Berufsleitbild

Berufsleitbild / Berufsprofil
Version 2008-11-26

Überall wo Menschen aufeinandertreffen entsteht eine unverwechselbare Form des Zusammenwirkens. Aufgabe der angewandten Soziologie ist es, dieses Zusammenwirken zu entschlüsseln und dessen Fortgang vorauszudenken.

SoziologInnen in der Praxis zeigen, dass sie durch ihre speziellen Kompetenzen zum Verständnis und zur Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit beitragen. Dieses Berufsleitbild bietet einen kompakten Überblick über die praxisrelevanten Aspekte der Soziologie als Beruf.

Soziologische PraktikerInnen beziehen in ihre Arbeit den sozioökonomischen Kontext mit ein und handeln selbstreflexiv, empathisch und konstruktiv kritisch. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Gesellschaft und der soziale Wandel mit all ihren Prozessen. Sie vereinfachen komplexe gesellschaftliche Phänomene und Situationen auf klare Aussagen für effiziente Lösungen.

Soziologische PraktikerInnen tragen durch fundierte soziologische Beratung zur Entscheidungsfindung ihrer Auftrags- und/oder ArbeitgeberInnen bei. Sie wirken und agieren in ihrer Arbeit direkt durch Intervention und/oder indirekt durch Beratung oder Erhebung entscheidungsrelevanter Daten und Informationen.

Als PraktikerInnen arbeiten sie nach wissenschaftlichen Kriterien. Sie sind dabei in der beruflichen Praxis den neuesten Erkenntnissen aus Forschung und Lehre verpflichtet. Die eingesetzten soziologischen Methoden sind der Fragestellung angemessen und die Ergebnisdarstellung ist transparent und nachvollziehbar.

Ihre Kenntnisse im Bereich der empirischen Sozialforschung und gesellschafts-bezogener Theorien ermöglichen praxisrelevante Analysen und Prognosen.

Die von speziellen Methoden getragenen Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung über die ausschließlich von Menschen erzeugte soziale Ordnung grenzt die Soziologie von benachbarten und komplementären Disziplinen ab.
SoziologInnen verfügen über eine eindeutige Professionalität in ihren Arbeitsfeldern.

Kernkompetenz und Professionalisierungsmonopol liegen im Erkennen der sozialen Ordnungen in Gruppen und sonstigen gesellschaftlichen Strukturen. Die soziale Ordnung stützt sich auf die durch das Zusammenwirken entstehenden sozialen Phänomene, die zu beobachten, zu erklären und deren Entwicklung vorherzusagen sind. Dabei befassen sich SoziologInnen beispielsweise mit:

  • Sozialen Systemen
  • Normen
  • Rollen
  • Werten
  • Sozialisation
  • Kultur
  • Kommunikation


Sie verwenden dabei qualitative und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung unter konsequenter Anwendung von Theorien.

SoziologInnen sind unter anderem in folgenden Arbeitsfeldern tätig:

  • Forschung (Sozial- und Meinungsforschung, Grundlagenforschung)
  • Bildung (Lehre und Erwachsenbildung)
  • Management
  • Beratung in Politik, Wirtschaft und Kultur
  • Organisationsarbeit und Personalentwicklung
  • Sozial- und Gesundheitsbereich
  • Verwaltung


Aufgrund ihrer Ausbildung sind sie mit analytischem Denken und Handeln vertraut und verstehen es, theoretische und methodische Grundkonzepte in der sozialen Praxis umzusetzen. Ihr Wissen um die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Methoden empirischer Sozialforschung ermöglicht eine interdisziplinäre, flexible und lösungsorientierte Herangehensweise an konkrete Fragestellungen. Dabei sind sie durch die Beschäftigung mit speziellen Soziologien für bestimmte gesellschaftliche Teilbereiche und Prozesse besonders sensibilisiert.
Bedenken Sie: Soziologie ist kein Beruf!!!
Ständige Weiterbildung und der Erwerb von Zusatzkompetenzen aus anderen wissen-schaftlichen Disziplinen ermöglichen eine adäquate und versierte Auseinandersetzung mit der sozialen Welt.

Soziologische PraktikerInnen haben ein Studium mit Hauptfach Soziologie an einer staatlich anerkannten Hochschule erfolgreich abgeschlossen und dadurch die Befähigung zum praktisch-wissenschaftlichen Arbeiten erlangt.

SoziologInnen sind dem Ethikkodex des Berufsverbandes (BSO) in seiner zuletzt gültigen Fassung verpflichtet.