Ausgabe 1 - 2010

BSO NEWSLETTER



Zwei Vorstandsmitglieder treten zurück

Nach einem intensiven Reflexionsprozess haben sich die beiden Vorstandsmitglieder Mag. Klemens Auinger MPA und Mag. Harald Seeböck dazu entschlossen, ihre Ämter als 1. Vorsitzender und als Schriftführer beim BSO mit sofortiger Wirkung niederzulegen.

Hauptgründe dafür sind unter anderem der konstante Zeitmangel und die fehlende Resonanz der Mitglieder. Deshalb scheint ein neuer Vorstand, der die Bedürfnisse und Interessen der Mitglieder besser erfüllen und umsetzen kann sinnvoll.

Um den Bestand des BSO weiterhin zu gewähren, haben sich die beiden verbliebenen Vorstandsmitglieder Mag. Erika Breuer und Mag. Erich Kremsmair bereit erklärt, ihre Tätigkeit als 2. Vorsitzende und als Schatzmeister mit zwei Nachfolgern für die zu besetzenden Stellen als 1. Vorsitzender und als Schriftführer fortzuführen.

Daher richtet sich dieses Schreiben insbesondere an alle an diesen Positionen interessierten Vereinsmitglieder. Sie sind dazu aufgerufen sich bis allerspätestens 31. März 2010 an den verbleibenden Vorstand zu wenden.

Natürlich wünscht man dem Verein in Zukunft viel Erfolg und verabschiedet sich mit einem leisen Servus.


Plädoyer des 1. Vorstands:

„Liebe Mitglieder des BSO, neben der Tatsache, dass ich auf der einen Seite mehr Zeit meinem Sohn widmen möchte und auf der anderen Seite beruflich nach Niederösterreich gegangen bin, gibt es noch einige andere Gründe und Motive für meinen Entschluss.

Was ist die Soziologie? Sicher kein Beruf wie Arzt oder Anwalt. Es gibt weder einen Berufsschutz noch eine konkrete Tätigkeitsbeschreibung. Aber soll es das überhaupt geben? Wer von uns ist als Soziologe tätig? Ich habe Soziologie studiert, arbeite aber als Markt- und Meinungsforscher. Die Meinungsforschung ist dabei meine Identität, die Soziologie liefert „nur“ Theorie und „Methodik“. Auch wenn es enttäuschend sein mag, die Soziologie gibt es nicht als Beruf im klassischen Sinne und offen gesagt, wird es auch nie geben. Das ist auch nicht weiter schlimm, wenn wir unsere Komplexe gegenüber anderen Disziplinen beiseite lassen und uns unserer Kompetenzen bewusst werden. Psychologen sind keine Konkurrenten und wir haben auch nicht das Recht uns zu beschweren wenn „andere“ unsere Theorien und Methoden medial erfolgreicher nutzen als wir . Es gibt kein Patent darauf, aber wir sind oft zu feige selbstbewusst Methoden und Theorien aus anderen Bereichen zu nutzen.

Hören wir auf von einem kleinen Berufsverband zu fordern, er möge doch bitte das Image und den Ruf der Soziologie in der Öffentlichkeit retten, dazu muss jeder selbst beitragen. Nicht nur die Praktiker, sondern auch jene an den Universitäten müssen mitwirken, dann kann ein anderes Image entstehen.

Wir sollten uns entscheiden: Wollen wird ein anderes Image in der Öffentlichkeit oder brauchen wir „intern“ ein anderes Image? Auch wenn ich immer wieder dafür viel Kritik bekomme, endlose Diskussionen über eine geschlechtsneutrale Schreibweise verhelfen der Soziologie nicht zu Ruhm und Ehre in der öffentlichen Wahrnehmung. Davon abgesehen entspricht das grammatikalische Geschlecht nicht zwangsweise dem biologischen. (Ein Tipp für Interessierte: http://www.bruehlmeier.info/sprachfeminismus.htm)

Wir behaupten wir können so vieles und beherrschen alles, schaffen es aber scheinbar nicht dieses Wissen umzusetzen um an unseren Image, das wie ich meine nicht so schlecht ist wie viele behaupten, zu arbeiten.

In diesem Sinne verbleibe ich mit besten Grüßen

Klemens Auinger




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Das offizielle Publikationsmedium des Berufsverbandes der SoziologInnen Österreichs. Für den Inhalt verantwortlich: Der Vorstand des BSO. Website: www.bso.co.at